Freitag, 24. Februar 2012

18 - Krönender (tierischer) Abschluss – SAFARI

Mittwoch, der 22.2.2012
(von Simone Stahr)

Begegnungen

Nach der erfolgreichen Kili-Besteigung und einem Ruhetag stand zum Abschluss unserer Reise noch eine 2-tägige Safari-Tour an. Diese ging zum Lake Manyara und dem berühmten Ngorongoro-Krater, was uns beides in Richtung Westen in Nähe der Serengeti führen sollte. Früher waren der Krater und die Serengeti (ca. 100km auseinander) ein Nationalpark, heute werden diese getrennt verwaltet.

Also starteten wir am Dienstagmorgen um 8.30 Uhr mit unserem Driver Guide Emmanuel und einer weiteren, argentinischen Touristin und los gings mit dem Jeep mal wieder durchs Gelände (die Bezeichnung Straße wäre hier meistens völligst fehl am Platz). Vor uns liegen ca. 4 Stunden Fahrt zum Lake Manyara National Park und so bietet die Fahrt die Möglichkeit noch einiges vom Land zu sehen.

Außerhalb Moshi`s ist die Landschaft fast ausschließlich Steppe bis Wüste, und wir sehen viele Menschen mit Lasteseln oder auf Fahrrädern, die kanisterweise Wasser transportieren. Unser Guide erzählt uns, dass die Menschen z.T. mehrere Kilometer zurücklegen müssen, um in dieser Hitze an Wasser zu kommen. Zudem müssen diese Menschen tatsächlich für das überlebensnotwendigste auch noch bezahlen (20Liter Wasser kosten 100 tansanische Shilling) und bei Brunnenbaukosten von über 20.000 US-Dollar scheinen Mafiaausmaße in dieser Gegend vorzuherrschen.

Weiter fahrend erreichen wir bald das Massai-Gebiet, wo wir bunt gekleidete und im Gesicht tätowierte Menschen sehen, wie das Medienbild bei uns es immer erahnen lässt. Auch hier weiß unser Guide Bescheid, und so erfahren wir so manche Kuriosität (bis Verzeihung für uns Abartigkeit) über die Kultur der Massai: Männer haben teilweise mehrere Frauen, die Frau muss eine Hütte gebaut haben und in die Ehe einbringen, während der Mann von seinem Vater die Tiere (meist Kühe, Ziegen) miteinbringt. Dann arbeiten Männer ab 25 Jahren nicht mehr und sitzen nur herum, während die Frauen mit den Tieren unterwegs sind. Dafür wird dafür ausgegangen, dass die Männer bis 25 Jahre hart arbeiten und Schulbildung ist somit für die Jungen völlig tabu, während die jungen Mädchen in die Schule gehen können. Diese können sich ihre Ehemänner nicht aussuchen,sondern werden als Kinder bereits vergeben (verkauft).
Jeden Morgen trinken die Massai als Ritual nicht nur die Milch ihrer Tiere, sondern mischen dieses mit dem Blut der Tiere ab (Bon Appetite).

Besonders markant wirken die völlig schwarz gekleideten Massai mit weißen Tätowierungen im Gesicht am Straßenrand, dies sind junge Männer, die 3 Monate lang außerhalb der Familie leben müssen um sich zu beweisen. (Von auffälligem Fotografieren rät uns unser Guide ab, „sonst könnten Steine aufs Auto geworfen werden“).

Auf dem weiteren Weg wird die Landschaft zumindest etwas grüner und wir nähern uns dem Lake Manyara...auf einmal legen wir eine halbe Vollbremsung hin und siehe da: schon vorm Nationalpark der erste Gänsehaut-Moment. Ganz nah am Straßenrand weiden 3 Giraffen, eine Mischung aus völliger Ruhe und Eleganz. Da die Tiere sich völligst frei bewegen können und die Parks nicht eingezäunt sind, sollte man also auch bei Freizeitbeschäftigungen außerhalb der Parks äusserste Vorsicht walten lassen (bzw. auf unsere Frage zu giftigen Tieren und der Antwort „yes, a lot of black mambas“ am besten gleich sein lassen).

Angekommen am Lake Manyara, der früher Massai-Gebiet war, dann von der Regierung zurückgekauft und zum Nationalpark erklärt worden ist, haben wir das Gefühl gleich im Paradies zu verschwinden. Nach wenigen Metern entdecken wir in der Waldlandschaft jede Menge Affen und Vögel, gefolgt von Mangusten und Gazellen, dann entdecken wir auf der Steppenfläche Zebras, Gnus, Flamingos. Am Hippo-Pool verstecken sich die Hippos leider im Wasser, doch mit dem Fernglas lassen sich auch hier einige ab und zu an der Wasseroberfläche auftauchende Köpfe ausmachen. Nach einer Runde über die Weidefläche und unzähligen Fotos fahren wir zurück in den Wald und.....Bremsen!!! Direkt an der Straßenseite probieren sich grade 2 männliche Elefanten durch den Speiseplan. Mit völliger Gelassenheit ob unserer Anwesenheit essen sie vor sich hin und auch wir genießen den Anblick...Kurz darauf stoppen wir wieder und entdecken mit viel Hilfe endlich 3 Löwen, die in den Bäumen abhängen.

Auf der nächsten offenen Fläche kommen wir auch nochmals in den Genuss ca. ein Dutzend Giraffen bei ihrer Nahrungsaufnahme zu bewundern. Auf unserem Rückweg kreuzen immer mal Affen oder andere Kleintiere unsen Weg und der erste Tag ist perfekt, kurze Fahrt zu unserem Hotel, hoppala hier draußen im nowhere gibt’s so ein geiles Hotel?

Kein Traum: riesiger Eingangsbereich, geräumiger Bar- und Dinnerbereich, Zimmer super gelegen und ein Wahnsinns-Pool mit Bar, den Herr Prof. Dr. Lippold gleich einmal mit einer Wahnsinnsbegeisterung ausprobiert...und sich prompt an einem Felsen an der Bar schneidet.... auch Tiere finden sich gerne mal dort ein, sogar schon einmal ein Leopard, den man einfangen und zum Nationalpark zurückbringen musste.

Mal wieder an der Bar lassen wir den Abend nach einem sehr guten Essen ausklingen, aber es geht nicht zu spät in die Falle, denn am nächsten Morgen müssen wir früh raus für unsere Fahrt zum Ngorongoro-Krater. Dabei fahren wir hoch bis auf ca. 2300 Meter und bekommen einen Wahnsinnsblick in den ungefähr 600m tiefen Krater geboten. Der Nationalpark ist 8300 qkm groß und ein Paradies für die gesamte Tierwelt. Viele wandern zwischen dem Krater und der Serengeti auf der Suche nach Nahrung hin und her. Wir fahren hinunter in den Krater und bekommen einen hautnahen Kontakt zu den Tieren. Zu Tausenden grasen hier Zebras, Gnus und Büffel, dazu Impalas und Thombson-Gazellen, am Kraterrand entdecken wir 2 Elefanten. Verschiedene Vögel und Kranicharten folgen; wir wissen gar nicht wo wir hinschauen sollen.Dann folgt ein Tümpel, darin wälzen sich so ca. 30 Hippos, da das Wasser nicht tief genug zum kompletten Abtauchen ist, müssen sie sich regelmäßig wie ein Spieß auf dem Grill wenden und so hängen öfters Füße in der Luft.

Unser Guide ist die Härte, bei nur kleinen schwarzen Punkten am Horizont weiss er dennoch sofort welche Tiere dort stehen, wir kriegen es so grade mit dem Fernglas hin. Dadurch erahnen wir am Horizont tatsächlich auch eine Gruppe von 4 Nashörnern und weitere Elefanten. Beim nächsten Stopp entdecken wir erstaunlich nah zwischen den Nahrungsquellen in der Sonne liegend ein ganzes Rudel Löwen und was kommt jetzt??? Die ersten stehen auf und nähern sich unseren Jeeps, näher, noch näher, ganz nah!!! Man beginnt sich zu fragen, wer hier wen beobachtet (Touristen=Essen auf Rädern?), hautnah und schwanzwedelnd laufen sie direkt am Fenster vorbei und einige legen sich auf der Suche nach Schatten direkt an die Autos dran.

Weiter geht’s nach diesem lustigen Treiben weiter durch jede Menge Horden aus Zebras und Gnus zu einem jetzt größeren Teich, hier nehmen wir in Anwesenheit weiterer Hippos, angriffslustiger Adler (Falken?) und drohendem Gewittergrollen unser Lunch zu uns. Nach diesem landschaftlichen und mehr oder weniger kulinarischem Hochgenuss müssen wir uns leider wieder auf die lange Heimfahrt nach Moshi machen, die wir ob der absoluten Reizüberflutung und aufkommender Müdigkeit weitestgehend verschlafen.

Oder wie es in Kölle so schön heißt: am Aschermittwoch ist alles vorbei!

Simone Stahr

17 - Auf dem Kilimandscharo

Montag, der 20.2.2012
(von Horst-G. Lippold)

auf dem Kilimandscharo in 5895 m Höhe

Nach der Besteigung des Mount Kinabalu während der letztjährigen Studienreise hatte Simone Stahr die Frage aufgeworfen, ob es denn das nächste Mal wohl auf einen Fünftausender gehe. Also haben wir beschlossen, auf dem Rückweg von Johannesburg nach Köln einen Zwischenstopp am Kilimandscharo einzulegen und es mit dem Kilimandscharo mit seinen 5895 m zu versuchen.

Da die restlichen Teilnehmer der Studienfahrt entweder einige Tage in Mosambique bleiben oder in Südafrika auf Safari gehen wollten, sind wir also am Sonntag, den 12.2.2012 zu zweit aufgebrochen: am frühen Sonntagmorgen per Bus Rückfahrt nach Johannesburg, gegen Mitternacht mit Precision Air weiter nach Daressalam, von dort nach Mwanza am Viktoriasee (sehr schön) und am frühen Nachmittag weiter zum Kilimanjaro-Airport, wo wir abgeholt und zum Zara-Hotel nach Moshi gebracht wurden.

Abfahrt in Maputo

Bye-bye Mozambique

Flughafen Johannesburg

Feldflughafen Mwanza

Hotelgarten in Mwanza am Viktoriasee

Precision Air

Hotel in Moshi

Nach dem abendlichen Briefing mit unserem Guide Julius (oder Stammes-Name Joel) ging es dann an´s Packen für die Bergtour. Hier kamen dann endlich unsere Winterjacken, Handschuhe etc. zum Einsatz, die uns im warmen Südafrika nur den Koffer voll und schwer gemacht hatten.

Am nächsten Morgen ging es dann endlich los zum Gate des Kilimanjaro-Nationalparks, wo wir auf einer Höhe von knapp 2000 m unsere Guides und Träger trafen und unseren Weg über die Marangu-Route starten konnten. Zu zweit bekommt man üblicherweise zwei Führer, einen Koch und vier Träger bzw. mehr, wenn man die Tour per Zelt und nicht wie wir über feste Unterkünfte bucht. Die Marangu-Route verfügt als einzige Route über feste Unterkünfte (was uns angesichts möglicher Regenfälle sinnvoll erschien) und heißt deshalb auch Coca Cola-Route, ist aber im Sprachgebrauch der Studienfahrt trotzdem keine Pussy-Tour.

Startpunkt am Park-Gate

Die erste Tagesetappe ging es wegen der Wärme leichtbekleidet durch einen traumhaft schönen Regenwald bis zu den Mandara-Huts auf 2700 m Höhe, wo die erste Übernachtung anstand. Wichtig ist bei der Kilimandscharo-Besteigung „polepole“, was soviel bedeutet wie „langsam“. Es ist zwingend notwendig, extrem langsam zu gehen, um in der zunehmend dünneren Luft nicht außer Atem zu kommen und dem Körper die Gelegenheit zu geben, sich zu akklimatisieren; andernfalls wird die Tour auf einer höheren Etappe garantiert zum Fehlschlag. Dieses Schneckentempo bergauf sieht allerdings z.T. absurd aus angesichts der quasi im Laufschritt den Berg hinauf- und hinabeilenden Träger mit ihren teilweise 30 kg schweren Lasten.

In unserer Unterkunft angekommen waren wir doch ziemlich überrascht über die Kochkünste unseres Kochs mit dem Künstlernamen Simba (= Löwe), der uns mit einfachsten Hilfsmitteln ein tolles Dreigänge-Menü hinzauberte. Der gute Simba hatte mir übrigens nebenbei ruckzuck den Künstlernamen Jui (Leopard) verpasst. Unsere Betreuer haben uns beim Abendessen und ansonsten permanent zum trinken aufgefordert (min. 3 – 4 Liter pro Tag) und mit Essen geradezu vollgestopft, weil wir angeblich viel Kraft bräuchten (was definitiv stimmt). Anschließend gingen wir recht früh und ohne Zwischenbier schlafen, während eine größere russische Gruppe mit Wein, Weib und Gesang (das ist wörtlich gemeint !) feierten.

Am zweiten Tag ging es nach kurzer Katzenwäsche und ausführlichem Frühstück mit wärmerer Kleidung weiter bergauf zu den Horombo Huts auf 3700 m. Der Regenwald wich dabei alsbald einer offenen Vegetation und die Luft wurde zunehmend dünner; deshalb: „polepole“ und nicht „volle Pulle“, wie unser Koch Simba immer wieder erklärte. Die Horombo-Huts sind eine größere Ansammlung von Hütten und Häusern, weil sie sowohl den bergauf gehenden als auch absteigenden Gruppen als Quartier dienen und von vielen Gruppen (wie auch uns) als Basis für einen Akklimatisierungstag dienen.

die wahren Helden

Weil wir einen solchen Akklimatisierungstag eingeplant hatten, haben wir dort also insgesamt dreimal übernachtet. Am nächsten Morgen sind wir zu einer dreistündigen Wanderung zu den Zebrafelsen aufgebrochen und haben eine Höhe von 4200 m erreicht, die einen Ausblick auf das nächste Etappenziel Kibo erlaubte. Das war höher als der Mount Kinabalu im letzten Jahr und wir waren glücklich, keinerlei Kopfweh oder sonstige Symptome der Höhenkrankheit zu verspüren. Der Rest des Tages verging wieder sehr ruhig mit viel schlafen, essen und trinken.

Am vierten Tag starteten wir früh zu unserer zweithöchsten Station, der Kibo-Hut auf 4700 m Höhe. Hier wich die zunehmend spärliche Vegetation recht schnell kahlem Felsgestein und trockenem Geröll und Sand. In der zunehmend dünneren und kalten Luft waren auch deutlich wärmere bzw. Winterkleidung angesagt und wir hatten das Gipfelplateau des Kilimandscharo ständig vor Augen – mal von Wolken umhangen und mal im strahlenden Sonnenschein. Angekommen auf der spartanischen Kibo-Hut haben wir schnell unsere Betten bezogen, um zu ruhen, weil wir um Mitternacht zum Gipfel aufbrechen würden. Da es auf Kibo kein Wasser gibt, müssen die Träger sämtliches Trinkwasser von tiefergelegenen Stellen in Kanistern hochtragen und das Waschen bzw. die Körperpflege entfallen komplett.
Das Essen wurde nunmehr rein vegetarisch, weil Lebensmittel wie Fleisch und Fisch nur ca. 4 Tage gekühlt werden können. Nach dem Abendessen war dann für uns schnell die Nacht vorbei, weil wir gegen 23 Uhr aufstehen, packen und essen mussten, um gegen Mitternacht zum Gipfel aufzubrechen und den Gipfel möglichst gegen Sonnenaufgang zu erreichen.

Eingepackt in sämtliche verfügbare Winterkleidung und ausgerüstet mit Energieriegeln und Wasser haben wir unseren Gipfelsturm an der glücklicherweise im Dunkeln nicht sichtbaren Steilwand gestartet und uns dieselbe im gaaaanz langsamen Schneckentempo hinaufgequält. Das war kraftraubend und so, wie ich mir einen psychedelischen Trip im Treibsand ohne Vorankommen vorstelle. Stunde um Stunde haben wir uns im Licht unserer Stirnlampen durch die sternenklare und eiskalte Nacht vorangequält und sind angesichts der weiteren vor uns liegenden Stunden fast verzweifelt, bis wir endlich gegen 4.45 Uhr den Kraterrand am Gilman´s Point auf 5700 m Höhe erreichten.

Zu unserer Überraschung verspürten wir abgesehen von einer verständlichen Kurzatmigkeit (polepole !) keinerlei Kopfschmerzen oder Übelkeit. Mit dem Erreichen des Kraterrandes gilt man übrigens offiziell als Kilimandscharo-Bezwinger und obwohl uns dort ein fast sturmartiger Wind mit -22°C empfing, fühlten wir uns neu belebt und sind mit frischen Kräften das restliche Wegstück und die letzten 200 Höhenmeter zum Uhuru-Peak angegangen. Auf dem Weg dorthin zeigte sich am Horizont das erste Morgenrot und schließlich haben wir um 6 Uhr im Sonnenaufgang überglücklich unser Ziel erreicht: Uhuru-Peak oder früher wegen dem deutschen Erstbesteiger Hans Meyer „Kaiser-Wilhelm-Spitze“.

ganz oben

Das ist der höchste Punkt auf dem afrikanischen Kontinent und wir fühlten uns geradezu mit einem Ritterschlag versehen. Vor lauter Euphorie und Freude und Staunen über den traumhaften Blick und den Sonnenaufgang und nach vielen, vielen Photos musste uns Julius, unser Guide, nach 40 Minuten mit dem Hinweis auf drohende gesundheitliche Schäden quasi zum Abstieg zwingen. Schließlich haben wir gegen halb zehn wieder Kibo erreicht und uns nach einem wohlverdienten Essen eine Stunde schlafen gelegt. Hinter uns lagen 10 km und 1200 Höhenmeter Aufstieg sowie 10 km und 1200 m Abstieg! Gegen Mittag sind wir dann die letzten 12 km und 1000 Höhenmeter weiter zu den Horombo Huts abgestiegen (na, mitgezählt ?). Der Tag dürfte eine der anstrengendsten, aber auch tollsten Touren sein, die ich je erlebt habe.

Am Spätnachmittag in Horombo angekommen erwarteten uns nach einer Katzenwäsche und lecker Abendessen zur Feier des Tages eine Flasche tansanischer Wein. Julius erzählte mir, dass wir die zweitschnellste Gruppe seien, mit der er jemals den Kilimandscharo bestiegen habe. In der Tat waren wir auf der Marangu-Route als erste der 42 erfolgreichen Gipfelstürmer oben; 8 von 50 haben es nicht geschafft und viele waren erst gegen acht oder neun Uhr am Gipfel.

unser Team

Auf meine diesbezügliche Nachfrage erklärte Julius, dass nur ein einziger es noch acht Minuten schneller geschafft habe. Wer mich kennt, weiss, dass ich jetzt typischerweise anfange zu spinnen und ich habe mich (typisch Läuferdenke) mit dem Gedanken beschäftigt, dass wir (diese Zeit vorher wissend) mit weniger Pause locker Bestzeit gelaufen wären. Dieses Absurdistan ist allerdings nur Läufern verständlich und wie heisst es so schön: wenn man keine Sorgen hat, läuft man und dann hat man welche. Ich habe das Ganze also schnell abgehakt und mich wieder im Glanze unseres Gipfelglücks gesonnt, oh ja !

Der sechste und letzte Tag verlief wiederum atemschonend abwärts von den Horombo-Huts mit Zwischenstop bei den Mandara-Huts zum Park-Gate und nach Hause in´s Hotel. Den Abend haben wir dann gemeinsam mit unseren Führern und Simba in der Stadt gefeiert.



Am nächsten Tag haben wir erst mal einen Ruhetag eingelegt und erlebten gegen Mittag einen sintflutartigen Regen, der dazu führte, das der Kilimandscharo wie auf alten Photos schneebedeckt war und dass der Gipfel gesperrt wurde. Das hätte uns also genau getroffen, wenn wir zwei Tage später aufgebrochen wären !

Ich hoffe, dass Simone Stahr jetzt nicht irgendwann fragt, ob es das nächste Mal auf einen Sechs- oder Siebentausender geht. Aber, schaun mer mal !

Tja, liebe Leute: im Frühtau zu Berge; das Wandern ist des Müllers Lust; immer schön fröhlich bleiben und das soll uns erst mal einer nachmachen !

In dem Sinne

and if I don´t see You:
good afternoon, good evening and good night,

Horst-G. Lippold